Junge Studentin lächelt

Die wohl meist gefürchtetste Prüfung des Englischstudiums: Die Sprachbeherrschungsprüfung. Nicht nur, dass sie guter Nerven bedarf, sondern auch gründlicher Vorbereitung.

Ich habe die Sprachbeherrschungsprüfung im Winter 2021/22 gemacht und möchte nun all jene, denen die vermeintliche „Horror-Prüfung“ noch bevorsteht, die Angst davor ein bisschen nehmen. Darum gibt es in folgendem Beitrag eine ausführliche Beschreibung zur Prüfung selbst, meine Erfahrungswerte und Tipps und Tricks, die euch dabei helfen sollen, diese Prüfung zu rocken!

Die Sprachbeherrschungsprüfung im Überblick

Die Studienpläne (ab 2019) des Anglistik- und Amerikanistikstudiums sowie des Lehramtsstudiums Englisch sehen für das Ende des 4. Semesters die Fachprüfung Sprachbeherrschung vor. Bei dieser Prüfung wird das Erreichen des Sprachniveaus C1 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen überprüft.

Die Prüfung ist dabei auf zwei Tage aufgeteilt. Am ersten Tag findet das Spoken Exam statt, bei dem die mündliche Sprachkompetenz geprüft wird, und am zweiten Tag das Written Exam, das sich auf Grammatik und Textverfassung aufteilt. Dabei werden die Kompetenzen und Inhalte der Module Approaching C1 und Consolidating C1 abgeprüft. Voraussetzung für die Anmeldung zur Fachprüfung Sprachbeherrschung ist die positive Absolvierung dieser beiden Module.

Es wird empfohlen, die Fachprüfung Sprachbeherrschung Ende des 4. Semesters zu absolvieren. Das ist aber keine Verpflichtung, denn ich habe sie auch erst im 7. Semester gemacht, weil ich mir davor einfach noch zu unsicher war. Zudem kann für euch etwa ein Auslandsaufenthalt in einem englischsprachigen Land von enormen Vorteil sein. Falls ihr also einen Auslandsaufenthalt geplant habt, würde ich euch unbedingt empfehlen die Sprachbeherrschungsprüfung erst danach zu machen. Erst vor kurzem haben zwei Studentinnen über ihren Studienaufenthalt in den USA am Blog berichtet.

Zudem müsst ihr euch im Vorhinein Gedanken machen, an welchem Standort im Cluster Mitte ihr die Prüfung ablegen wollt, denn wenn ihr euch einmal für einen entschieden habt, müssen etwaige Prüfungswiederholungen an der gleichen Partnerinstitution erfolgen. Das heißt, es ist unzulässig nach einem negativen Antritt an der Universität Salzburg die Wiederholung an der JKU Linz vorzunehmen.

Ablauf der Sprachbeherrschungsprüfung

Teil 1: Speaking

Am ersten Tag der Prüfung dürft ihr aus dem 62-teiligen Themenpool zwei Prompts ziehen. Anschließend entscheidet ihr euch für das, worüber ihr lieber und besser reden könnt/mögt und habt anschließend 15 Minuten Zeit, um euch vorzubereiten. Dabei dürft ein einsprachiges Wörterbuch verwenden. Danach sollt ihr ungefähr 5 Minuten sprechen und euren zuvor gezogenen Prompt präsentieren.

Teil 2: Grammar

Am zweiten Tag startet ihr mit dem Grammatikteil. Dieser besteht aus ca. 60 Test-Items und ihr habt 1 Stunde Zeit dafür. Der Grammatikteil beinhaltet einen Gap-Fill Task mit allen Tenses, einen Grammatical Difference/Comparison Task (Stichwort Leech!), ein Error Correction Task, wo ihr jeweils pro Satz einen Fehler finden sollt und zu guter Letzt ein English-in-Use Task, der diverse re-write sentences beinhaltet.

Teil 3: Writing

Abschließend müsst ihr einen Text innerhalb von 1,5 Stunden verfassen und könnt dabei zwischen einer Email of Complaint, einem Essay, einem Descriptive Piece und einer Blog Response entscheiden. Wichtig ist, dass ihr ca. 400 Wörter schreibt und euch konkret auf die Aufgabenstellung bezieht. Auch hier dürft ihr wieder ein monolinguales Wörterbuch verwenden.

Achtung! Fachstudent*innen müssen zusätzlich noch eine Prüfung aus Linguistics and Culture oder Literary Studies and Culture ablegen. Nähere Informationen dazu findet ihr hier.

Sprachbeherrschung

Lernen, aber wie?

Tipp 1: Rechtzeitig zu planen und zu lernen beginnen

Und nein, das sag ich nicht nur so, sondern meine es wirklich ernst! Ich habe mich auch dabei ertappt, ewig zu prokrastinieren. Und dann kam der große Stress. Glaubt mir, das war nicht lustig. Wenn man rechtzeitig mit der Vorbereitung und dem Lernen beginnt, kommt es einem nämlich weniger wie ein großer Brocken vor, den man vor sich hat. Außerdem lernt man step-by-step besser, als alles auf einmal. Sucht euch alle relevanten Materialien für die mündliche und schriftliche Prüfung zusammen, druckt diese aus und legt sie in Ordnern ab und besorgt euch die entsprechenden Bücher – RECHTZEITIG. Ihr glaubt gar nicht, wie schnell die Zeit in solchen Phasen verfliegt.

Bevorstehende Prüfungstermine in Salzburg – Save the date!

SS 2022
• spoken exam: 13 May, 13-17 (4.201 – 4.203; 3.205)
written exam: 20 May, 11-15 (E.001)
• spoken exam: 14 Sept, 9-13 (4.201 – 4.203; 3.205)
written exam: 13 Sept, 9-13 (E.001)

Neben dem rechtzeitigen Lernbeginn ist es vor allem auch relevant, den Lerninhalt nicht zu unterschätzen. Besonders anfangs denkt man, dass man die Inhalte aus den Grammatik, Schreib- und Sprachkursen noch super beherrscht – dem ist aber nicht immer so. Oft vergisst man bestimmte Ausnahmen oder Regeln nämlich leider wieder ziemlich schnell. Mit einem Lernplan, der alle Lerninhalte beinhaltet kann man alles besser strukturieren und gezielter lernen. Das wiederum schützt vor unangenehmen Überraschungen bei der Prüfung.

Tipp 2: Üben, üben, üben!

Ihr kennt die Übungszettel mit den verschiedenen Grammatikteilen schon auswendig und könnt sie eigentlich nicht mehr sehen? Kommt mir bekannt vor! Trotzdem ist es wichtig, alle Teile zu wiederholen. Hier gilt die Devise: trial and error. Das heißt, so lange etwas üben, bis sich durch eine gewisse Regelmäßigkeit und durch das Fehlermachen eine Routine gebildet hat. Fehler sind im Lernprozess enorm wichtig! Unser Gehirn kann dann gewisse grammatikalische Muster besser und schneller erkennen und es fällt uns leichter, knifflige Grammatikaufgaben zu lösen und schließlich auch bei der Prüfung zu meistern.

Für die Textverfassung schadet es nicht, Vokabeln, Idiome und Kollokationen zu wiederholen. Nicht zu vergessen ist eine korrekte Zeichensetzung. Auch lohnt es sich, das Schreiben zu üben und die verschiedenen Textsorten auszuprobieren und Mustertexte zu verfassen.

Mehr Übungsmaterial für den schriftlichen Teil gibt es übrigens hier. Wenn ihr bis zum Ende des Dokuments scrollt, warten dort noch mehr Lernmaterialien auf euch. Ich kann euch zudem nur ans Herz legen, alle Übungsblätter aus den Kursen Advanced Grammar und Written Production 1 bewusst und genau durchzumachen!

Empfohlene Literatur und Arbeitsbücher, die euch garantiert weiterhelfen können:

  • Hall, D., & Foley, M. (2012). My grammar lab advanced C1/C2. Pearson Longman.
  • Leech, G. N. (2014). Meaning and the English verb. Routledge. (3rd ed.).
  • Mann, M., & Taylore-Knowles, S. (2008). Destination C1 & C2. Grammar and Vocabulary with Answer Key. Macmillan Publishers Limited.
  • McCarthy, M., & O’Dell, F. (2012). English vocabulary in use. Upper-intermediate (3rd ed.). Cambridge University Press.
  • McCarthy, M., & O’Dell, F. (2016). Academic vocabulary in use. Cambridge University Press.
  • McCarthy, M., & O’Dell, F. (2017). English vocabulary in use – advanced. Cambridge University Press.
  • Oshima, A., & Hogue, A. (2017). Longman academic writing series 4 (5th ed.). Pearson.
  • Swan, M., & Walter, C. (2011). Oxford English grammar course. Advanced. With answers and pronunciation
    for grammar CD-ROM. Oxford University Press.
  • Vince, M.  (2014). Advanced Language Practice with key. English Grammar and Vocabulary. McMillan.
Academic English

Tipp 3: Reden was das Zeug hält

Egal ob daheim vor dem Spiegel, mit Freundinnen und Freunden bei einem Kaffee, oder mit Native Speakern an der Uni: Reden ist das A und O für die mündliche Prüfung! Mir hat es besonders geholfen, mit mir selbst im Alltag zu sprechen, da ich so genau auf meine Aussprache und Intonation achten und mich so selbst korrigieren konnte. Zudem habe ich mich oft mit Studienkolleginnen getroffen, die im selben Boot wie ich gesessen sind – denn so hat das Ganze noch viel mehr Spaß gemacht und man hat Feedback von anderen Personen bekommen!

Im Endeffekt kommt es nicht unbedingt darauf an, perfekte Sätze zu produzieren, sondern locker und halbwegs flüssig über ein bestimmtes Thema sprechen zu können. Konversationen mit anderen können euch in der Hinsicht behilflich sein, da ihr es leichter finden werdet, bei der Prüfung 5 Minuten zu sprechen. Auch hier gilt wieder: Habt keine Angst davor Fehler zu machen!

Die STV Anglistik & Amerikanistik bietet zudem vor jeder mündlichen Sprachbeherrschungsprüfung ein sogenanntes Let’s Get Talking an, bei dem ihr euch mit anderen Kolleg*innen austauschen und gezielt auf den mündlichen Teil hintrainieren könnt. Außerdem gibt’s dort auch oft Insidertipps. Anstehende Termine werden immer auf den Social-Media-Kanälen der STV Anglistik & Amerikanistik veröffentlicht. Außerdem stehen sie euch jederzeit für weitere Fragen und Anliegen bereit!

In der Englisch-Vernetzungsgruppe auf Facebook:  English Uni Sbg LA/BA und in der Lehramt-Vernetzungsgruppe auf Facebook:  Universität Salzburg Lehramt könnt ihr noch weitere Tipps ergattern oder euch mit anderen Prüfungsteilnehmer*innen austauschen.

Außerdem find ich es besonders wichtig, dass Lernen und Üben Spaß macht! Wenn einem nämlich etwas Spaß macht und man es gerne tut, lernt man nicht nur besser, sondern nicht nur schneller. Es gibt beispielsweise viele coole englische Kartenspiele die man zusammen mit Kolleginnen und Kollegen spielen kann und die echt witzig sind und garantiert für Lacher sorgen – hoffentlich goes euch a light up! 😉

Tipp 4: Nur keine Panik – durchatmen und ruhig bleiben

Auch ich bin einer dieser Kandidatinnen, die vor Prüfungen einen richtig roten Kopf bekommt und innerlich richtig unruhig wird. Wenn du glaubst dir springt das Herz gleich heraus musst du dich selbst daran erinnern richtig durchzuatmen. Je tiefer und länger wir durchatmen, desto mehr Sauerstoff kann von unserem Kreislauf aufgenommen werden. Das wiederum gaukelt dem Gehirn vor, dass wir nicht gestresst sind.

Der allerwichtigste Tipp ist aber, dass ihr euch vor Augen führt, dass es „nur“ eine Prüfung ist. Ich weiß, leichter gesagt als getan. Letztendlich wird aber nicht die Welt untergehen, wenn ihr es beim 1. Versuch nicht schaffen solltet oder eure gewünschte Note nicht erreicht. Vor euch haben diese Sprachbeherrschungsprüfung auch schon ganz viele andere Studis gemacht und letztendlich geht es doch nur darum, dass man sie schafft und in der Tasche hat. In so einer enormen Prüfungssituation passieren die banalsten Fehlerchen (ich spreche aus Erfahrung) und die Nervosität lässt sich beinahe oft nicht mehr aushalten.

Wir sitzen alle im selben Boot, wir alle müssen uns mit den gleichen Hürden dieser Prüfung auseinandersetzen. Für einige ist der mündliche Teil der Prüfung herausfordernder, für andere der schriftliche. Das ist ganz normal und auch gut so. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Mit der richtigen und rechtzeitigen Vorbereitung bin ich mir sicher, dass ihr diese Prüfung auch super bewältigen werdet!

PS: Trust in yourselves – YOU CAN DO IT!

Euer commUNIty Redaktionsteam

 

Photo Credits:

Titelbild: gilaxia auf iStock
Frau, die schreibt: Green Chameleon on Unsplash
Lernmaterialien: Autorin

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